Veränderungen

Veränderungen sind essentieller Bestandteil des Lebens. Nichts ist so, wie es einmal war und nichts wird wieder so sein, wie es gerade ist. Die Veränderung ist die einzige Konstante in unserem Leben. Menschen verändern sich – äußerlich und innerlich – und mit ihnen die Welt, in der wir uns zurechtfinden müssen.

Veränderungen führen zu neuen Konstellationen – gute sowie schlechte. Aus absolut Fremden können beste Freunde werden. Menschen, die einem einst sehr nahe standen, können sich innerhalb von nur wenigen Momenten von einem entfernen. Aus wichtigen Unterstützern können schnell Feinde werden. Menschen, auf die man einst zählen konnte, können einem plötzlich alleine im Regen stehen lassen. Schon lange hat sich da schon etwas zusammengebraut.

Niemand macht so etwas mit Absicht. Innerliche Veränderungen geschehen einfach. Das ist der Lauf der Dinge. So ist das Leben. Die eigenen Interessen verändern sich. Die Persönlichkeit verändert sich. Der Charakter verändert sich – Menschen verändern sich! Nichts lebendiges wehrt ewig. Das ist nur natürlich. Niemand möchte Veränderungen am Charakter wahrhaben – besonders wenn es um den eigenen geht. Aber je mehr man sich dagegen sträubt desto mehr verändert man sich.

Und wenn Du Dich nun von Deinen Mitmenschen verlassen fühlst, weil du meinst, sie hätten sich allesamt verändert. Wenn Du der Meinung bist, dass charakterliche Veränderungen ganz bestimmt nicht auf Dich zutreffen, sondern nur auf Deine Mitmenschen, so bist wahrscheinlich Du selbst die Person, die sich in der letzten Zeit am meisten verändert hat! Nicht die Anderen haben Dich verlassen – Du hast sie dazu gebracht!

Veränderungen sind aber weder schlecht noch gut

Es kommt darauf an, wie wir mit dem Resultat der Veränderungen zurechtkommen. Unsere Reaktion darauf zeigt, ob die Veränderung gut oder schlecht gewesen war.

Veränderungen, die in die Dunkelheit führen
Veränderungen, die in die Dunkelheit führen.

Ich bin seit dem letzten Sommer bereits dabei, auf die plötzlichen Veränderungen zu reagieren. Leicht war es nicht gewesen. Die Sehnsucht nach etwas, was ich nicht haben konnte, war größer denn je. Meine Zuversicht schmolz während der heißen Sommertage dahin. Zweifel kamen auf. Zweifel über mich und meine Arbeit. Mein Seelenleben war zerstört worden. Schmerzvolle Erinnerungen aus längst vergessenen Zeiten kämpften sich an die Oberfläche meiner Gedanken. Keiner ist so, wie er ist. Jetzt weiß ich es wieder. Ich erinnere mich. Der Schmerz, das Leid und die selbst aufgebürdete Verantwortung haben mich zu der Person geformt, die ich heute bin.

Ich wünschte mir, dass ich das verlorene Kapitel nicht aufgeschlagen hätte. Aber mein Unterbewusstsein hatte andere Pläne. Nichts hält ewig. Auch nicht ein reines Herz. Die prägende Begegnung mit einem alten buddhistischen Mönch im September 2015 lehrte mich, mein Herz nicht aufzugeben. Doch ich spürte von Tag zu Tag wie es dunkler in meiner Seele wird. Es ist kaum aufzuhalten. „Angst, Trauer, Selbstzweifel, Wut, Verbitterung, Neid sind in der Lage Dich für immer zu verändern“, die warnenden Worte des Mönches sollten Recht behalten.

Ich schmecke förmlich die Verbitterung auf meiner Zunge. Ich bin nicht wütend, dass ich allein gelassen wurde. Ich hege keinen Zorn oder Neid auf die Freiheiten der Anderen – sollen die doch machen, was sie wollen. Ich kann die Last auch alleine tragen. Weil ich es schon immer getan habe. Seit meinem 6. Lebensjahr. Die Selbstzweifel sind verschwunden. Die Arroganz, der beste dafür zu sein, ist zurück. Ich brauche niemanden! YOYO – You’re on your own! Alles um mich herum hat sich verändert. Ich blicke mich um und sehe wie sich alle meine Mitmenschen verändert haben. Auf keinen ist mehr Verlass. Sie haben sich allesamt verändert!

Doch in dieser Sekunde wird es mir klar.
Es sind nicht die Anderen, die sich von mir losgelöst haben. Ich habe dafür gesorgt!
ICH habe mich seit dem letzten Sommer am meisten verändert…
und ich spüre die Dunkelheit in mir weiter voranschreiten…..

Verfolgen Khai-Thai:

Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.