Der Sinn des Lebens in drei Fragen aufgeschlüsselt

Eingetragen bei: Buddhismus | 2

Jeder von uns stellt sich irgendwann in seinem Leben mindestens einmal die Frage nach dem Sinn des Lebens. Und das ist auch gut so! Denn dieser Frage geht oftmals voraus, dass wir mit unserem Leben etwas bewirken möchten. Wir alle suchen nämlich nach unserer Bedeutung im großen Universum. Da aber das Universum unendlich groß ist, kann allein der Gedanke daran bereits ziemlich lähmend sein. Und so verschwindet in unseren Köpfen schnell wieder die Frage nach dem Sinn unseres Lebens, ehe wir wirklich darüber nachdenken können. Der Alltag hat unseren kurzweiligen Gedanken schnell wieder eingeholt.

Die Suche nach Bedeutsamkeit im Leben erfordert Geduld.

Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Vor allem, wenn man Glück als etwas definiert, dass immer wieder neu erzeugt werden muss, wird man nie vollkommen glücklich sein können. Wahres Glück ist nämlich ein innerer Zustand, der nicht von äußeren Umständen abhängig ist. Es ist ein inneres Gleichgewicht von Körper und Geist. Es ist der bedingungslose Einklang mit sich und der Welt. Die perfekte Harmonie eben.

Der Buddhismus hilft dabei wahres Glück zu verstehen. Denn oftmals verwenden wir den Ausdruck „glücklich sein“ – im buddhistischen Sinn – nicht ganz korrekt. Wir verwechseln „glücklich sein“ mit „Freude empfinden“, „Zufriedenheit“ und „Glück haben“. Also alles zeitlich begrenzte Zustände, die anderen Umständen bedingen.

»Glück ist kein Zufall, sondern jeder kann es erlernen«, meint Matthieu Ricard. Es entsteht, wissenschaftlich messbar, aus einem inneren Gleichgewicht von Körper und Geist.
Wahres Glück verstehen lernen. (Link zu Amazon)

Drei Fragen, die helfen, nach dem Sinn des Lebens zu leben

In dem internationalen Bestseller „Die Kuh, die weinte“ von Ajahn Brahm werden Annekdoten und buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück erzählt. Unterhaltsam, verständlich und zum Nachdenken anregend. Ich habe das Buch damals sehr genossen. Eine Geschichte hat sich seitdem in mein Denken und Handeln eingebrannt. Es ging dort um drei grundlegende Fragen (S.126).

  1. Wann ist die wichtigste Zeit?
  2. Wer ist der wichtigste Mensch?
  3. Was ist die wichtigste Sache, die zu tun ist?

Ich werde euch die Fragen – in Anlehnung an das Buch – weiter unten beantworten. Aber bevor ihr weiterlest, schaut euch noch einmal die Fragen an. Was meint ihr, was die Antworten lauten sollten?

Schon Buddha unterwies seine Zuhörer mit Witz und Weisheit. Ajahn Brahm steht in der Tradition dieser orientalischen Erzählkunst. Geschickt verknüpft er die uralten Weisheiten mit modernen, lebensnahen Themen. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen unterhält er seine Leser – und eröffnet auf ganz unaufdringliche Weise neue Wege zu einem glücklichen und erfüllten Leben.
Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück. (Link zu Amazon)

„Gönne dir einen Augenblick des Friedens,
und du wirst begreifen,
wie unsinnig es war, dich abzuhetzen.“


1. Wann ist die wichtigste Zeit? – „Jetzt“!

In einer gewissen Weise kennen wir alle bereits die Antwort auf die erste Frage. Wir wissen, dass wir im Jetzt leben. Wir wissen, dass „Jetzt“ die einzige Zeit ist, die wir wirklich zur Verfügung haben. Aber dennoch leben wir nur selten danach. Wie oft haben wir uns schon eingeredet, dass wir etwas, was wir wirklich tun möchten, auf „später“ verschieben sollten? Wie oft merken wir es erst im Nachhinein, welch tollen Augenblick wir gerade verpasst haben?

Im „Jetzt“ zu leben bedeutet keinesfalls, alles stehen und liegen zu lassen, um keinerlei Verpflichtungen zu haben. Es gilt vielmehr, das wichtigste nicht aufzuschieben und das, was getan wird, im vollen Bewusstsein zu tun.

Auf unserer Dachterrasse in Nepal im Hier und Jetzt.

Wenn wir jemanden sagen möchten, dass wir sie/ihn lieben, dann sollten wir es jetzt tun. Nicht morgen, nicht in fünf Minuten. Sondern jetzt. Andernfalls kann es schon zu spät sein. Wenn wir einen Moment der Ruhe benötigen, dann sollten wir ihn jetzt in Anspruch nehmen. Nicht erst nach der Arbeit, nicht erst nach Vollendung der Aufgabe. Sondern jetzt. Und wenn wir diesen Moment der Ruhe jetzt genießen, dann sollten wir auch nichts dazwischen kommen lassen. Wir müssen vom Multitasking wegkommen und das, was wir gerade tun, bewusst tun. Wie schwierig dies ist, seht ihr bereits beim Lesen meines Beitrags. Wie oft sind eure Gedanken dabei abgeschweift? 😉


2. Wer ist der wichtigste Mensch? – Der Mensch, mit dem man gerade zusammen ist!

Der wichtigste Mensch ist immer der Mensch, der uns gegenübersteht. Wenn wir es schaffen, unserem Gegenüber unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken und ihn ernst zu nehmen, vermitteln wir der anderen Person das Gefühl, wichtig zu sein.

„Wir können nur dann ein wirkliches Gespräch führen, wirklich Liebe vermitteln, wenn der Mensch, in dessen Gegenwart wir uns befinden – ganz gleich, wer es ist – für uns zu diesem Zeitpunkt der wichtigste Mensch der Welt ist. Der andere spürt das.“

Da man den Großteil der Zeit mit sich selbst verbringt, ist man dann selbst der wichtigste Mensch. In diesen Momenten ist es wichtig, sich selbst wichtig zu nehmen.

Wenn man alleine ist, ist man selbst der wichtigste Mensch.

3. Was ist die wichtigste Sache, die zu tun ist? – Sich kümmern!

Es gibt nichts wichtigeres im Leben als sich kümmern. Veränderungen sind möglich, wenn wir uns kümmern. Völlig bedingungslos, behutsam, mitfühlend, mit Sorge und Liebe. Wenn wir es schaffen, unsere Mitmenschen stets so zu begegnen, schenken wir unserem Leben Bedeutsamkeit.

Folgen wir diesen drei grundlegenden Fragen, kommen wir dem Sinn des Lebens ein Stückchen näher. Mir helfen jedenfalls diese Fragen vor allem bei meiner Arbeit für den hamromaya Nepal e.V. 🙂

Versucht es einfach selbst einmal. Vielleicht helfen sie euch ja auch. Mehr schöne buddhistische Kurzgeschichten über den Weg zum Glück gibt es im Buch „Die Kuh, die weinte“ von Ajahn Brahm.

Das wichtigste im Leben lautet: „sich kümmern“!

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

2 Antworten

  1. Martina Geisler

    Ein sehr schöner Beitrag der mich mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben aufmerksam macht! Vielen Dank dafür:-)

    • Khai-Thai

      Namaste Martina, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich, dass Dir mein Beitrag gefallen hat – Danke fürs Lesen 🙂 🙂
      Liebe Grüße, Khai-Thai

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