„Let it be“ – Wenn die Beatles im Hintergrund zu dir sprechen

Eingetragen bei: Khai in Nepal, Persönliches | 2

In Nepal ist vieles anders. Vielleicht fühle ich mich gerade deshalb dort so wohl. Irgendetwas strahlt dieses Land aus, dass mich trotz Abgase, Staub, Lärm und Müll zur Ruhe kommen lässt. Es ist nur schwer zu beschreiben. Ein Gefühl, eine Stimmung. Etwas nicht fassbares, aber doch so greifbar. Wisst Ihr, was ich meine?

Auf der Dachterrasse steht die Welt für mich still.
Auf der Dachterrasse steht die Welt für mich still.

In Nepal bin ich anders. Vielleicht fühle ich mich gerade deshalb dort so wohl. Aber bin ich in Nepal wirklich anders? Oder ist das Anderssein mein wahres Ich? Ich denke viel darüber nach. In meinen Erinnerungen bin ich oft auf meiner Dachterrasse in Kathmandu. Den Blick in die weite Ferne gerichtet. Meine Gedanken ganz nah bei mir. In diesen Momenten steht für mich die Welt still. Nur meine Gedanken kreisen umher. Aber auch sie kommen schnell zur Ruhe. Denn es gibt nichts, was ich in meinem Leben anders hätte machen wollen. Und es gibt auch nichts, was ich in diesem Moment zusätzlich brauche. Ist diese innere Zufriedenheit in „unserer Gesellschaft“ überhaupt tragbar?

Perfekte Atmosphäre zum Nachdenken :)
Perfekte Atmosphäre zum Nachdenken 🙂

Lässt mich dieses innere Glück nicht einfach planlos zurück? Tatsächlich habe ich etwas Angst um die Zukunft. Denn einen richtigen Plan habe ich bislang noch nicht.

Als ich letztens mal wieder darüber auf der Dachterrasse herum philosophierte, vernahm ich plötzlich aus dem Nachbarhaus bekannte Töne eines meiner Lieblingslieder:

„When I find myself in times of trouble,
Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be“

„Nimm es dir nicht so zu Herzen“ & „Lass es geschehen“

Ein Zeichen von den Beatles! Sie sprachen zu mir. In Nepal! Ich musste darüber sehr schmunzeln.
„Let it be“ fasst für mich sehr viel in Nepal zusammen. Ich nehme mir tatsächlich nicht mehr vieles sehr zu Herzen. Sei es nun im Stau, im voll bepackten Bus oder beim Warten auf andere. Ich habe eine emotionale Gelassenheit entwickelt. Natürlich stören mich diese Sachen, aber ich rege mich eben nicht darüber auf. Es bringt ja doch nichts. Ich kann es ja schließlich nicht ändern.

Dachterrasse, Milchtee, Himalaya, Beatles - Was will man mehr?!
Terrasse, Milchtee, Himalaya, Beatles – Was will man mehr?!

Selbiges gilt natürlich auch für andere Emotionen. So bin ich aktuell ziemlich traurig und enttäuscht, dass ich bei unserem aktuellen Schultaschen-Projekt in Myagdi und Mustang nicht teilnehme. Aber mir unnötig den Kopf und das Herz darüber zu zerbrechen, bringt ja auch nichts. Schließlich geht es ja bei dem Projekt nicht nur um mein Glück. Und dadurch, dass ich nicht in Myagdi und Mustang unterwegs bin, wurden andere Türen geöffnet.

Lass es einfach geschehen. Let it be. So wie die Beatles es singen (unten zum Anhören).
Wer weiß, was Nepal für mich noch alles parat hält 🙂
Jedenfalls wird es für Euch am Wochenende wieder mehr zum Thema Nepal geben 😉 Ein paar nachgeholte Reiseberichte aus dem Süden dürft Ihr demnächst erwarten. Ich sage nur: „4 Kakerlaken und 13 Mücken später“ 😀

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

2 Antworten

  1. Renate

    Hallo Khai-Thai,
    sehr schöner Beitrag, der nachdenklich macht. Ich selbst tue mich sehr schwer mit dem Loslassen, nicht planen wollen. Dabei bin ich überzeugt davon, dass es besser ist.
    Herzliche Grüße
    Renate

    • Khai-Thai

      Liebe Renate,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Freut mich, dass Dir dieser Beitrag gefällt. Es fällt mir auch manchmal schwer so zu leben, wie ich es für richtig halte… Ich glaube, dass das Loslassen nur funktionieren kann, wenn unsere Umgebung es auch zulässt.
      Herzliche Grüße aus Kathmandu 🙂
      Khai-Thai

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