Das Hundeproblem in Nepal…

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2014-08-08_Hundeproblem in Nepal
Straßenhunde in Nepal sind meist in kleinen Rudeln unterwegs. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)

Straßenhunde in Nepal, wer kennt sie nicht? Diejenigen, die schon einmal in Nepal gewesen waren, wissen wovon ich spreche. Meistens in kleinen Rudeln unterwegs, knurren sie, bellen sie und verteidigen ihre Reviere – vor allem in der Nacht. Viele Nepal-Erstreisende haben – nach meiner Erfahrung – Schwierigkeiten in den ersten Nächten Schlaf zu finden. Man ist eben einen solchen Hundelärm in der Nacht nicht gewohnt.

Auch ich musste mich an die nächtlichen Revierkämpfe gewöhnen. Nach einer Zeit nannten meine Zimmergenossen und ich das regelmäßige Bellen in der Nacht „Hunde-Oper“. Mittlerweile schlafe ich aber in Nepal wie ein Stein – der Mensch passt sich eben schnell an seine Umgebung an 🙂

Hunde gelten in Nepal als wichtige Haustüre zum Schutz der eigenen Habseligkeiten.
Hunde gelten in Nepal als wichtige Haustiere zum Schutz der Habseligkeiten. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)

Für viele Nepalesen ist der Hund das beliebteste Haustier. Doch in Nepal (und in anderen Entwicklungsländern des globalen Südens) steht dabei der Hund als Wache im Vordergrund. Er soll insbesondere in der pechschwarzen Nacht das Hab und Gut beschützen. Auch in dem Haus, in dem ich immer bei meinen Nepal-Aufenthalten wohne, ist ein Wachhund, der nachts in einem Käfig eingesperrt ist und die Eingangstür zum Haus streng bewacht. Ja, viele Hunde leben in Kathmandu (in der Nacht) in einem Käfig. Dies liegt daran, dass das Haustier vor den aggressiveren Straßenhunden geschützt werden soll.

Wo wir dann auch wieder bei dem Straßenhund-Problem (in Kathmandu) wären. Es ist tatsächlich so, dass man an fast jeder Ecke mindestens einen Straßenhund begegnet. Gefährlich sind sie nicht – jedenfalls so lange nicht wie sie in Ruhe gelassen werden. Wobei tagsüber – insbesondere während der heißen Monsunsaison – die Hunde lieber im Schatten Siesta machen. Schließlich müssen sie ja fit genug für die lange Nacht sein 😉

Der Müll in den Straßen zieht die Hunde förmlich an.
Der viele Müll in den Straßen Nepals zieht die Hunde förmlich an. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)

In Kathmandu haben Straßenhunde schon längst die Oberhand gewonnen. Sie werden vom Müll angezogen, der achtlos auf die Straße geworfen wird. Aber auch außerhalb der Hauptstadt, explodiert die Hundepopulation. Natürlich immer dort, wo der Mensch gewesen war oder is(s)t. Der Hund als treuster Freund des Menschen.
Entlang der Trekkingpfade ist dieses Problem mit am größten. Mittlerweile schließen sich die wilden Hunde zu Rudeln zusammen, die gemeinsam – wie Wölfe – Jagd auf Schafe und Kälber machen. Die steigende Population sei einem Bericht zufolge auch eine wachsende Gefahr für die einheimische Artenvielfalt. Tierschützer machen darauf aufmerksam, dass die Hunderudel immer mehr „Jagd auf wilde Vögel, Moschushirsche, junge Blauschafe und den Roten Panda, der als gefährdete Art auf der Roten Liste steht“, machen. Mehr dazu auch hier.

Die Straßenhunde in Kathmandu und Umgebung sind auch nicht ganz ungefährlich für den Menschen. Nicht, dass man befürchten müsste, von einem Rudel wilder Hunde gerissen zu werden… 😉 Es geht hier vielmehr um Krankheiten wie Tollwut, die aus einem Hundebiss resultieren können. Selbst wenn man gegen Tollwut geimpft ist, MUSS man dringend einen Arzt aufsuchen!! Denn der Impfschutz schützt nicht vor der tödlichen Krankheit, sondern verzögert nur dessen Ausbruch! Angeblich sind in Kathmandu viele Hunde nicht vom Virus betroffen (denn sie seien ja geimpft). Aber man sollte trotzdem lieber auf Nummer sicher gehen…

Was gegen das Hundeproblem in Nepal unternommen wird? Hmmm… ab und an sehe ich Hundefänger in den Straßen, aber richtig effektiv ist es nicht. Es gibt zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, die in Nepal das Problem an der Wurzel anpacken. Sie fangen die Straßenhunde und sterilisieren oder kastrieren sie. Ob das wirklich langfristig hilft? Man darf gespannt sein. Ich glaube, dass so lange Hunde (und andere Wildtiere) so leicht an weggeworfene Essensreste herankommen, so lange das Müllproblem sich nicht minimal verbessert, dürfen sich Nepal-Reisende wohl noch für eine lange Zeit an die nächtliche „Hunde-Oper“ erfreuen. 🙂

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

2 Responses

  1. Snowland

    hehe ja, manchmal ist es echt schlimm in den Nächten 🙂
    Direkt bei uns in der Nähe wird Fleisch verkauft (du weißt ja, wie es in Nepal meistens verkauft wird 😉 ), daher tummeln sich dort ganz besonders viele Hunde herum. So lange sie aber nur bellen und mich nicht anfallen, ist alles ok…

  2. Basundhara

    also ich habe noch nie einen Hundefänger gesehen. komischerweise schlafen sie am tag und nachts werden sie aktiv. ich habe Wochen gebraucht mich daran zu gewöhnen, egal in welcher ecke der Stadt ich geschlafen habe. bei uns vorm haus sind immer die gleichen Hunde, die auch ab und an von den Bewohnern was zu fressen bekommen. wir hatten unseren Haushund, den wir Paul getauft haben. jeden morgen wenn ich zur arbeit ging begleitete er mich an die ecke, wartete bis ich ihm ein kleines pauroti gekauft habe, sah mir noch nach und verschwand dann wieder…..

    PS habe dir eine mail gesendet mit text und Bildern. hast es hoffentlich bekommen. LG

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