
Wer gerne ehrenamtlich für eine Weile auf dem Dach der Welt tätig sein möchte, findet bei Tante Google eine Reihe von Organisationen, die einem Volontariate oder Auslandspraktika in diversen Arbeitsbereichen in Nepal vermitteln.
Doch bei dieser Hülle und Fülle von Anbietern kann man schon leicht den Überblick verlieren O.O
Wenn man nicht gerade einen Platz bei weltwärts, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ergattert, so ist das Vertrauens- und Sicherheitsproblem meist der entscheidende Faktor bei der Wahl der richtigen Vermittlungsagentur.
Daher fällt bei den meisten jungen Menschen die Wahl schnell auf eine große Organisation, die dank ihres Marketingbudgets es erfolgreich schafft, das Vertrauen seiner potenziellen Kunden zu gewinnen erkaufen. Doch dieses Vertrauen kostet eben Geld. Und so bieten diese Vermittlungsorganisationen diverse Volontariate oder Auslandspraktika in Nepal (oder in anderen Teilen der Welt) für unverschämt hohe Preise an!
Doch Freiwilligenarbeit muss/darf nicht teuer sein! Der Preis ist in diesen Fällen kein Indikator für Sicherheit und Vertrauen!
Es gibt genügend gemeinnützige Organisationen, sowohl hier in Deutschland als auch in Nepal, die Freiwilligenarbeit anbieten und nur einen Bruchteil dafür verlangen, was die großen Vermittlungsorganisationen für ihre unfassbaren Preise andrehen möchten.
Eines dieser einheimischen gemeinnützigen Organisationen ist Nepali-Host-Family. Ich habe selbst eine sehr lange Zeit in Nepal verbracht und konnte diese Organisation und die Menschen, die dahinter stecken, bestens kennenlernen. Es ist ein sehr junges Unternehmen, dass viele verschiedene Projekte zu einem (für uns) günstigen Preis anbietet. Ihre Vision ist es, dass Freiwilligenprogramme in Zukunft fair angeboten werden können. Für weitere Informationen kann neben der Homepage von Nepali-Host-Family, auch bei mein-Nepal.de vorbei geschaut werden.
ACHTUNG: Die von mir hier damals vorgestellte Organisation Nepali Host Family kann ich aktuell (März 2016) NICHT mehr empfehlen. Mehr dazu hier: http://www.mein-nepal.de/nepal-reise/ehrenamt-in-nepal/aktuell-nepali-host-family-nicht-zu-empfehlen/.
Wer denkt, dass bei einem höheren Preis mehr Geld an die jeweiligen Projekte und Gastfamilien fließt, irrt sich gewaltig!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das meiste Geld nicht an die Einheimischen geht! Wenn man über 2.200 für ein Volontariat von drei Monaten in Nepal zahlen soll (ohne Flug), kann man zu Recht behaupten, dass dies nichts anderes ist als Geldmacherei!
Zum einen liegt das nepalesische Bruttonationaleinkommen pro Jahr pro Kopf laut BMZ (2011) bei 540 US-$. Zum anderen gehen im besten Fall maximal insgesamt nur weniger als 20% an die Gastfamilie und an die Institution, in der man tätig ist – sofern das Geld es bis dorthin auch schafft 🙁
Mit diesem Wissen kann man sich zu Recht fragen, ob man diesen Organisationen mit Hauptquartier in einem Industriestaat wirklich sein hart verdientes Geld in die Hand drücken möchte 😉
Größere Organisationen erleichtern den sozialen Kontakt zu Gleichgesinnten und bieten mehr Sicherheit
Dass es leichter ist mit einer großen Organisation neue Leute kennen zu lernen, ist außer Frage, da bei den angebotenen „Social Events“ (Saufpartys -.- ) auch mehr Gleichgesinnte anwesend sind. Doch auch bei den gemeinnützigen Organisationen ist man in der Regel nicht allein. Wenn man aber beispielsweise nur 5 Mitstreiter anstatt 25 hat, ist es doch klar, dass man mal keinen findet, der oder die mit einem etwas unternimmt. Aber das ist definitiv die Ausnahme 🙂
Dass große Organisationen mehr Mitarbeiter haben, ist auch klar. Doch diese haben pro Kopf unzählige Volontäre, denen sie weiterhelfen müssen. So gesehen, können kleinere Organisationen mit weniger Volontären effektiver helfen – vor allem wenn der Mitarbeiter ein Einheimischer ist 😉
Wer weitere Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden. Ich wollte mit diesem Bericht einzig verdeutlichen, dass es gewaltige Preisunterschiede bei den vielen Angeboten gibt und dabei vor Augen führen, dass man sich nicht unbedingt vom Marketing täuschen lassen sollte…
…und das sage ich als Marketer…sind „wir“ nicht toll 😀
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