Nepal XI – Tag 18 – Ewigkeiten

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Nepali Time ist ein Fluch für die Entwicklung des ganzen Landes. Viele Akademiker, Geschäftsleute und auch die wachsende Mittelschicht sieht dies genauso. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind zwei der wichtigsten Eigenschaften. Leider wird der Begriff „Nepali-Time“ von den westlichen Touristen romantisiert. Ohne eine Ahnung zu haben, was dies für Auswirkungen hat, erfreuen sich die Reisenden an der gelassenen Art und Weise der Nepalesen. Touristen leben einfach in einer Blase, die nichts mit dem wahren Leben und wahren Problemen der einheimischen Menschen zu tun hat.

Denn „Nepali-Time“ bedeutet nichts weiter als eine Gelassenheit auf Kosten anderer Menschen! Sie unterstreicht mangelnden Respekt und Gleichgültigkeit!

Ewigkeiten
Tags zuvor war im Hotel noch alles in Ordnung.

Nachdem wir tagelang durch Lower Dolpa gewandert waren, machen wir uns langsam aber sicher auf den Weg zurück nach Kathmandu. Mittlerweile sicher in Jumla angekommen, soll uns am frühen Morgen ein Jeep nach Surkhet transportieren. Da uns wieder eine lange Fahrt von gut 12 Stunden bevorsteht, wird uns mitgeteilt, dass der Jeep uns schon um 4h morgens vor der Hotel-Auffahrt abholen werde.

Eine sehr kurze Nacht später warten wir fertig bepackt pünktlich um 4h an der Straße. Es ist stockdunkel. Hier und da spazieren unheimliche Gestalten mit Taschenlampen an uns vorbei. Die meisten besuchen die öffentliche Toilette unweit unseres Treffpunktes. Ewigkeiten vergehen und kein einziges Fahrzeug ist weit und breit in Sicht. Nach einer Viertelstunde rufen wir das Transportunternehmen an. Der Fahrer sei bald da, versichert man uns.

Wir warten weitere Ewigkeiten in der Dunkelheit Jumlas weiter. Mittlerweile ist es bereits 4.45h und es nieselt. Es wird unangenehmer. Wir stellen uns unter ein kleines Vordach. Zehn Minuten später kommt dann unsere Erlösung. Unser Jeep taucht auf. In ihm bereits drei weitere Fahrgäste. Der Fahrer erklärt uns, dass er in 5 Minuten zurück sei. Ich habe etwas dagegen und will sofort einsteigen. Wohin er auch muss, ich will im Wagen sitzen. Doch er bleibt stur und fährt los. „Fünf Minuten“, ruft er uns nach.

Aus den fünf Minuten wurde fast eine halbe Stunde. Um kurz vor halb sechs – nach eineinhalb stündiger Wartezeit – sitzen wir nun endlich in unserem Jeep. Doch die Fahrt nach Surkhet lässt weiter auf sich warten. Erst fahren wir im Kern von Jumla umher, um nach weiteren Fahrgästen zu suchen, dann fahren wir zum Busbahnhof und warten dort auf den letzten Zusteigenden. Er werde um 6.30h erwartet.

Wollt ihr mich denn alle veräppeln?! Warum sagt man dann nicht auch uns, dass wir um 6.30h zum Busbahnhof hätten kommen sollen???? Stattdessen dümpeln wir seit vier Uhr morgens in Jumla herum, um nur am Ende an einen Ort zu kommen, den wir von unserem Hotel in 10 Minuten Fußweg erreicht hätten. Respekt!

Alle Beiträge von meiner 11. Nepal-Reise findet hier in chronologischer Reihenfolge.

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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