Nepal XI – Tag 4 – Affentheater

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Als ich vor den 365 Stufen stand, wusste ich, dass mir kein leichter Aufstieg bevorstand. Die Sonne stand hoch und warf kaum einen Schatten. Eine kühlende Brise gab es nicht. Die nächste schützende Wolke war weit entfernt. Kurz spielte ich mit den Gedanken, die Tempelanlage komplett zu umrunden, um am hinteren Eingang den 365 Stufen zu entgehen. Schnell schlug ich diesen Gedanken aber aus. Zu weit wäre der Weg gewesen. Hitze, Staub und Abgase hatte ich schon genug zu spüren bekommen.

Monkey Temple - Swoyambhu NathEs führte nichts daran vorbei. Schritt für Schritt stieg ich hinauf. Vorbei an Menschen jeglichen Alters, die diese Tortur ebenfalls auf sich nehmen wollten. Einige von ihnen sportlich gekleidet, der Großteil in traditionellen Trachten. Alle wollten sie hinauf. Schritt für Schritt Buddhas Augen entgegen, die von oben auf uns hinabblicken.

Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Mit jeder Stufe läuft der Schweiß mehr. Mein Shirt haftet am Rücken. Das Ziel bereits vor Augen, winkt mich ein Beamter zur Kasse. Ist das etwa meine Belohnung für diesen anstrengenden Aufstieg? Die 200 NPR zahle ich gerne. Zumindest verschaffen sie mir eine kleine Verschnaufpause.

Etwa 25 steile Stufen später bin ich am Ziel. Willkommen auf Swoyambhunath. Dem Tempelkomplex, der auf einem Hügel erbaut ist. Die Aussicht auf Kathmandu ist faszinierend. Die Häuser stehen dicht beieinander und leuchten in bunten Farben. Ein Wirrwarr aus Streichholzschachteln.

swoyambhunath stupaIch umrunde den Stupa, drehe an den Gebetsmühlen und lasse meinen Puls zur Ruhe kommen. Es ist immer noch extrem warm. Die Sonne scheint mir mitten auf den Kopf. Ich muss in den Schatten. Etwas trinken. Ein kleines Plätzchen geschmückt mit diversen bunten Gebetsfahnen sagt mir zu. Ich setze mich auf eine Bank und beobachte meine Umgebung.

Verliebte Pärchen Hand in Hand, eine Schulklasse auf einer Exkursion, Pilgerinnen und Pilger auf dem Weg zum Tempel. Ein kleines Äffchen erhascht meine Aufmerksamkeit. Es steht unweit von mir entfernt und schaut mich mit seinen runden Äuglein an. Dieses Mal gewinne ich den Anstarrwettbewerb. Das Äffchen gibt auf und rennt zu seinen Freunden. Sie toben herum, springen auf Ästen und Statuen, jagen sich. Ein Heidenspaß für die Affen. Aber auch für mich. Ich genieße ihre Show.

affentheater - monkey templeImmer mehr Affen stürmen aus einem Gebüsch hervor. Sie haben Lunte gerochen. Einer der Tempelgäste verteilt Früchte. Ein riesengroßes Affentheater! Ich beobachte, wie die Affen das hingeworfene Obst flink aufsammeln und sich in Sicherheit begeben. Nur nicht teilen. Das ärgert natürlich die anderen Affen. Sie streiten in ihrer Sprache, und raufen sich. Abseits dem ganzen Trubel schleicht sich eines der Affen an eine liegengelassene Cola-Flasche heran. Er schnappt sich die Flasche, blickt kurz umher und dreht ganz seelenruhig die Flasche auf und nimmt genüsslich einen kräftigen Schluck. Wie in einem bekannten Werbefilm.

Kein Wunder, dass Swoyambhunath Stupa im Volksmund liebevoll „Monkey Temple“ genannt wird.

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Namasté! Schön, dass Ihr meinen Nepal Blog gefunden habt. Mein Name ist Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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