Nepal XI – Tag 5 – Schnitzeljagd

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Ich mag Rätsel. Je größer die Herausforderung desto mehr Spaß. So meine Regel. Jede Regel hat aber ihre Ausnahme. Meine besteht darin, dass das Rätsel Sinn machen muss. Es kann nicht sein, dass ich von einem Hinweis zum nächsten stolpere, um dann zufällig doch noch auf die Lösung zu kommen. Schlimmer ist es nur noch, wenn man niemals die richtige Antwort findet, weil die Rätselsteller diese selbst nicht kennen. Wie das in meinem Fall verdeutlicht wird…

Da wir nach unserem Mega-Schultaschen-Projekt in Dolpa, auch den dort gelegenen legendären Lake Phuksundo besuchen möchten, waren ein paar organisatorische Dinge notwendig gewesen. Der legendäre See liegt nämlich in einem riesigen Nationalpark, ziemlich genau in der Mitte des Distrikts. Daher gehen die Meinungen auseinander, ob man ein Permit für Lower Dolpa oder eines für Upper Dolpa benötigt. Hier scheiden sich die Geister. Das verunsichert uns. Denn während wir nur 10USD pro Woche für Lower Dolpa zahlen müssen, sind es hingegen bereits 500USD für Upper Dolpa.

So hat man mir also ein neues Rätsel in die Hand gedrückt: Welches Permit brauchen wir für den Lake Phuksundo?

Wie bei jedem Rätsel heißt auch in diesem Fall der erste Schritt: Recherchieren. Im Internet finden sich eine Vielzahl von Webseiten, die über den legendären See in Dolpa berichten. Aber auch hier findet sich keine Einigkeit. Wem also glauben?

Externe Hilfe musste also her. Verschiedene nepalesische Freunde in der Reisebranche wurden befragt. Auch hier bin ich am Ende verwirrter als vorher. Einen entscheidenden Hinweis bekomme ich aber dennoch.

Die kompetenten Menschen aus dem Tourism Board kennen sich bestimmt aus. Kompetent sind diese aber nur in ihrer Inkompetenz. 45 Minuten tuckere ich einer Sardinenbüchse mit drei Reifen durch die vollgestopften Straßen Kathmandus. Nur am Ende im Tourism Board von einem Büro ins nächste geschickt zu werden. Schon seit geraumer Zeit ist mir der Spaß bei dieser Schnitzeljagd vergangen.

Ohne Lösung, aber mit einem neuen Hinweis verlasse ich das Tourism Board. Einer der Mitarbeiter dort schickt mich nun ins Immigration Office. In knallender Hitze spaziere ich durch die Straßen von Kathmandu. Am Immigration Office dauert es eine Weile bis ich die richtige Abteilung fand. An Raum 203 stand „Agency Service“. Ein Hoffnungsschimmer. Bekomme ich hier endlich mein Permit?

Ich betrete den Raum und stelle meine Frage. Minutenlange Diskussionen sind die Antwort. Am Schluss einigen sich die Mitarbeiter darauf, dass man für den See das Permit für Upper Dolpa benötige. Dann ist Mittagspause. Ich soll eine Stunde warten. Ich betrete nach der Pause den Raum und erkläre den netten Mitarbeitern des Immigration Office, dass ich mich gegen den See entschieden habe und nur das Permit für Lower Dolpa benötige.

Ihre Antwort: „Sie können das nicht hier im Immigration Office machen. Sie müssen zu einer Reiseagentur.“

Ich gebe auf.

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Namasté! Schön, dass Ihr meinen Nepal Blog gefunden habt. Mein Name ist Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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