Wieder zurück aus Nepal…

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Nach genau 2 Monaten bin ich gestern gesund und unversehrt aus Nepal zurückgekehrt. Ich wurde nicht wie die meisten Touristen zurzeit von den jeweiligen Botschaften aus Nepal ausgeflogen. Meine Rückkehr war seit langem so geplant gewesen. Umso trauriger macht es mich, dass ich nun wieder aus Deutschland hilflos den internationalen Medien ausgeliefert bin, die mit ihrer einseitigen Berichterstattung nicht wirklich das wahre Bild Kathmandus zeigen. Aber da ich bis gestern selbst vor Ort gewesen bin und seit dem Erdbeben jeden Tag Stunden in unseren Einrichtungen verbracht habe, kann ich HUNDERTPROZENTIG versichern, dass es unseren Kids sehr gut geht!!

Abschiede aus Nepal fallen immer schwer

Auch beim siebten Mal in Nepal fällt es mir schwer, Abschied zu nehmen. Abschiede aus Nepal werden auch von Mal zu Mal schwerer, weil das Netzwerk an Menschen, die einem ans Herz wachsen, stetig sich erweitert.

Noch nie zuvor hat sich die Hostel-Gemeinschaft besser verstanden.
Noch nie zuvor hat sich die Hostel-Gemeinschaft bei Nepali Host Family besser verstanden. (Foto: Marion Daxer)

Die vergangenen zwei Monate waren auch ohne Erdbeben sehr intensiv gewesen. Es gab viele Aufs und Abs. An manchen Tagen sogar viel Frustration… Frustration des Wetters wegen – es hat unfassbar viel geregnet für März/April. Frustration auch darüber, dass unsere Projekte nicht vorangetrieben werden konnten.

Aber alles in allem waren es doch sehr wundervolle 60 Tage gewesen. Ich bin froh und dankbar, dass insgesamt 7 meiner Freunde für ein paar Wochen nach Nepal mitkamen. Noch glücklicher bin ich darüber, dass ich wundervolle Menschen habe kennenlernen dürfen. Noch nie hat sich die Hostel-Gemeinschaft SO gut verstanden – und das sage ich, der schon das 7. Mal in Nepal gewesen ist und insgesamt schon über einem Jahr in dem Hostel lebte. 🙂

Heute muss ich viel Administrationsarbeit leisten. Wir bekommen zurzeit viele Spenden an unseren Verein hamromaya Nepal e.V., die an die Erdbebenopfer gerichtet sind. Spendenbescheinigungen werden heute verfasst und es müssen einheimische Organisationen gefunden werden, die das Geld effektiv in die Krisengebiete verteilen können!

Sobald dies alles erledigt ist, werde ich auch meine Erfahrungen aus Kathmandu schildern, die – da bin ich mir sicher – komplett das Bild zerstören, was die internationale Berichterstattung über die Hauptstadt zeigt. Mehr dazu aber in Kürze.
Zunächst bin ich einfach nur froh, dass ich ohne Verspätung wieder in Deutschland angekommen bin. Sicherer als in Nepal fühle ich mich hier nicht; habe ich mich in Kathmandu selbst nie wirklich unsicher gefühlt!

Verfolgen Khai-Thai:

Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

5 Antworten

  1. Snowland

    Hallo Karen,

    wenn Spendenorganisationen das Schrecken und die Zerstörungswut einer Naturkatastrophe zeigen, ist es für mich völlig legitim. Denn wie du sagtest, nur so bekommt man Menschen dazu für die Opfer zu spenden.

    Was mich bis heute so unfassbar aufregt, sind die Nachrichten. Seriöse Nachrichten, die zeigen, wie es in Nepal tatsächlich ist, gibt es zurzeit einfach nicht. Hier geht es nur um Einschaltquoten mit Sensationsmeldungen oder apokalyptischen Vorhersagen, die die Menschen an die TV-Geräte binden sollen.
    Nicht nur, dass mit diesen Fehlinformationen Panik bei den Angehörigen der Nepal-Touristen aufgebaut wird, vielmehr wird durch die internationale Berichterstattung eine regelgerechte Panik IN das Land getragen. Wenn zum Beispiel „Experten“ aus aller Welt behaupten, dass in nicht absehbarer Zeit ein noch stärkeres Nachbeben eintrifft, schürrt das natürlich Ängste – die wie sich in den nächten Tagen herausstellte, völlig unbegründet waren. Berichte über Panikeinkäufe in KTM sind lächerlich! An dem Tag, als in deutschen Medien behauptet wurde, dass das Trinkwasser in der Hauptstadt ausgeht, haben wir ganz gemütlich 10x 25L Wasser-Kanister gekauft. Panik wird ebenfalls kreiert, indem gesagt wird, dass in KTM sich bald schon Epidemien ausbreiten werden, weil die Leichen auf den Straßen herumliegen und nicht eingesammelt werden – ich bin die ersten drei Tage unmittelbar nach dem Erdbeben durch die ganze Stadt gelaufen und habe KEINE einzige Leiche am Boden gesehen….. Von der komplett zerstörten Hauptstadt ganz zu schweigen -.-

    Huch… da hab ich mich wieder in Rage geschrieben… Sorry 🙂

    LG Khai

  2. warum07

    Hallo Khai,

    ich hätte ja gleich hier lesen können … 🙂
    aber nochmal danke für die Antwort.

    Das in den Medien vor allem der Schrecken gezeigt wird, hängt damit zusammen, dass der zum Spenden mehr motiviert als wenn alle sehen, ah geht ja …
    und Spendenorganisationen leben nun mal davon …

    liebe Grüsse
    ich drücke die Daumen, dass Ihr auch direkt Spenden organisiert bekommt und nicht alles an die Üblichen geht …

    Karen

  3. Snowland

    Hello 🙂 Ich kann verstehen, dass bj nicht zurück wollte. Aber es ist von Deutschland natürlich bestimmt einfacher, Spenden zu sammeln. Hilfe braucht Nepal auf jeden Fall! Und Hilfe muss sicherlich in den Dörfern so schnell es geht kommen…

    Ja, finde es auch schade, dass die Solidarität kaum gezeigt wird! Man zeigt nur den Schrecken. Ich war beispielsweise am Sonntag schon am Durbar Square. Dort wurde der Schutt bereits so „geräumt“, dass Menschen wieder halbwegs normal durchlaufen konnten. Du hast Recht, das Militär und die Armed Police Forces machen einen richtig guten Job!

    Bestimmt kehrt bald wieder Normalität ein. Sobald die Nachbeben endlich abklingen, und die Nachrichten aufhören von Epidemien und noch heftigeren Beben sprechen, wird sich die Lage auch wieder beruhigen…

    Und spätestens wenn du im August wieder da bist, wirst du wieder Freude empfinden 🙂 LG!

  4. Basundhara

    hallo khai zunächst bin ich froh dich auch wieder in Deutschland zu wissen. ich für meinen teil, war nicht so stark wie du und hatte die tage nach dem beben bis ich nach hause konnte arge Probleme. immer wieder kroch eine wahnsinnige angst in mir hoch. bj, selbst (seine Familie ist ok) wollte nicht zurück. ist ja klar. aber da ich ihn in solch einer lage keinesfalls alleine gelassen hätte, ist er mit mir mit. hier kann er auch viel für sein land tun. wir haben ganz schnell ein treuhandkonto bekommen und sammeln jetzt. bei einem muss ich dir absolut recht geben: die Berichterstattung hier. unter aller Kanone. so viel schönes steht noch zum glöück und ich habe mich, von den nachbeben abgesehen, sicher aufgehoben gefühlt. Militär und Police machen einen absolut starken Job. die Nachbarn, mit denen wir die letzten tage draussen verbracht haben, helfen sich gegenseitig. es war eine große solidarrität. mein hoffen ist, ich kann im August ohne große Angstgefühle zurück. ich hoffe es so khai. froh sind wir das die kinder aus der Behindertenschule auch ok sind, ich musste viel an sie denken. khai komm erst mal an, dann telefonieren wir. lg

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