Du bist, was du isst

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Die nepalesische Küche ist dank der vielseitigen Kultur Nepals ein schier unendlicher Traum. Die Vielfalt an Gerichten spiegelt bestens die nepalesische Gesellschaft wider. Ethnische Ursprünge prägen das nepalesische Essen – und das beste dabei: Alles ist so verdammt köstlich 🙂

Wer auf westliches Essen nicht verzichten möchte, findet dieses problemlos in Nepal.
Wer auf Burger nicht verzichten möchte, findet diese auch problemlos in Nepal. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)

Mit der steigenden Anzahl von Touristen kommt dann auch viel westliches Essen hinzu (Burger, Spaghetti, Pizza, Wraps etc.). Wer in Nepal Geld hat (oder Tourist ist), kann sich ziemlich alles leisten, was es zu Essen gibt. Alle größeren Restaurants, Restaurant-Ketten und Restaurants an den Touristenattraktionen haben ein extrem breites Angebot an Speisen und bieten diverse Gerichte aus dem Westen an. Dabei werden oft die eigenen Stärken vergessen – der westliche (bzw. der zahlende) Gaumen siegt.

Ich bin kein Fan von westlichem Essen in Nepal – nicht, weil es nicht schmeckt. Wenn ich in Nepal bin, möchte ich schon eher das essen, was ich Zuhause in Deutschland nicht (oder kaum) bekomme. Ich finde es extrem schade, wenn Reisende sich nicht an den nepalesischen Speisen versuchen. Dabei bieten auch größere/schickere Restaurants diese Speisen an, sollten Reisende aus „hygienischen“ Gründen diese eher bevorzugen – natürlich sind diese aber nie so lecker wie die winzigen Garküchen.

In genau diesen Restaurants wird man dann nahezu nur Touristen vorfinden. Damals als ich meine ersten Nepal-Erfahrungen sammelte, saß ich in eines dieser Restaurants mit einem Teller MoMos (kleine tibetische Teigtaschen mit Füllung) vor mir. An einem Nebentisch saß eine 8-köpfige deutsche Reisegruppe mit zwei deutschen Guides. Auf dem Tisch stand KEIN EINZIGES nepalesisches Gericht!! Zu trinken gab es reichlich Bier – und dreimal dürft ihr raten, ob das einheimische Bier (Everest, Ghorka) bestellt wurde… Genau es gab zig Flaschen Heineken 😉

Oh, da fällt mir eine kleine Anekdote noch ein, die mir kürzlich im Hostel widerfahren ist. Drei ältere britische Professoren sind für wenige Tage bei uns untergekommen. Sie lehren unter anderem Globalisierungsthemen und sind mit diversen Klassen schon in den unterschiedlichsten (Entwicklungs-)Ländern gewesen und damit sehr auslandserfahren. Am ersten Abend sprachen wir sie darauf an, was sie tagsüber gemacht haben. Sie erzählten uns, dass sie in Boudha gewesen waren und ein sehr schönes Restaurant fanden, wo sie super lecker gegessen hätten. Wir waren natürlich neugierig und fragten, in welchem Restaurant sie denn gewesen waren und was sie zum ersten Mal in Nepal gegessen hätten. Ihre Antwort: „Wir waren in einem spanischen Restaurant“…. Keine weiteren Fragen -.-

Du bist, was du isst 🙂

Die kleinen Garküchen in Nepal bieten sehr leckeres, authentisches Essen.
Die kleinen Garküchen in Nepal bieten sehr leckeres, authentisches Essen. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)
Auch an Straßenständen kann problemlos gegessen werden.
Auch an Straßenständen kann problemlos gegessen werden. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)
Ein Muss, wenn man in Boudha unterwegs ist. Die kleinen tibetischen Garküchen.
Ein Muss in Boudha: Die kleinen, authentischen tibetischen Garküchen. (Foto: Khai-Thai Duong / mein-Nepal.de)

Mir ist durchaus bewusst, dass ich dank meiner vielen Nepal-Reisen ein etwas anderes Bild von Nepal habe und dass ich von Tag zu Tag mehr in die nepalesische Kultur eintauche. Daher versuche ich Volontäre die Angst vor Garküchen und Streetfood zu nehmen – und bei fast allen klappt es auch! Es muss sie nur jemand an die Hand nehmen und in die kleinen Gassenküchen führen, in denen kaum Englisch gesprochen wird und eine Speisekarte nicht vorhanden ist. Es braucht nicht sonderlich viel Mut. Denn auch diese Menschen verdienen mit ihrem angebotenen Essen ihr täglich Brot. Niemand von ihnen wird sich verleiten lassen, unhygienisches Essen zu servieren. 😉

Am Ende des Tages kann man schnell erkennen, wer nur als Tourist Nepal im Vorbeigehen mitnimmt und wer Nepal tatsächlich lebt. Du bist, was du isst! Ich ziehe es mittlerweile nur noch vor in den kleinen Garküchen oder an Straßenständen Streetfood zu essen. Ich laufe durch irgendwelche Straßen, stoppe an irgendwelchen Ständen, lebe die nepalesische Kultur. Ihr wisst gar nicht, wie sehr sich die kleinen einheimischen Garküchen über ausländische Gäste freuen. 🙂

Verfolgen Khai-Thai:

Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

4 Antworten

  1. Karin Osswald

    Hallo,
    nach dem Bericht mit Streetfood und Garküche im Nepal Blog sehe ich mich auf unseren Reisen in Thailand, Vietnam, Kambodscha, Jordanien oder Syrien und kann es kaum erwarten dies und vieles mehr auch in Nepal und Indien kennen zu lernen. Ich zähle jetzt schon die Wochen und Tage und bin schon so gespannt was wir auf unserer nächsten Reise erleben dürfen.
    Mein Wunsch ist es Kontakt mit Menschen und Kultur erfahren zu können.
    Danke für den tollen Block und wer weiß vielleicht kann ich nach unsere Reise auch einen kleinen Beitrag beisteuern LG Karin

    • Khai-Thai

      Namaste Karin,
      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Nachricht über das Kontaktformular! Schön, dass du bald Nepal besuchen wirst. Es wird sicherlich eine ganz besondere Erfahrung sein!!
      Ich würde mich sehr freuen, wenn du einen kleinen Beitrag beisteuern möchtest. Auf der Hauptseite von mein-Nepal.de findest du weitere Reiseberichte: http://www.mein-nepal.de/reiseberichte/
      Viel Spaß und lieben Gruß
      Khai-Thai

  2. Basundhara

    das rechte Foto kenne ich, auch sitze oft in der kleinen gasse in boudha und esse dort leidenschaftlich gern Tukpa. lg. PS, nachdem ich damals 10 Monate hier war, muss ich jedoch gestehen, ich sehnte mich nach richtigen deutschen essen. Für ein Käsebrot, oder leberweurst Brot hätte ich töten können. darum nehme ich auch nächstes mal einen brotbackautomaten mit 😉 mal sehen, vielleicht stelle ich mich dann an eine ecke und verkaufe echtes deutsches Brot. lg

    • Karin Osswald

      Liebe Basundhara, das Thema mit dem deutschen Butterbrot ist auch mir wohlbekannt .
      Meine Tochter ist noch Jahre nach ihrer Weltreise von diesem Trauma geprägt

      LG Karin

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