Wenn Träume und Realität verschmelzen

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„Chicken or Beef?“, reißt es mich aus meinem Traum. Verwirrt blicke ich umher. Für einen kurzen Moment weiß ich weder, wo ich mich gerade befinde noch, wie ich hier hergekommen bin. War ich eben nicht noch irgendwo anders? Wie ist das nur möglich? „Chicken or Beef?“, wiederholt die hübsche Stewardess nun doch etwas genervt. Ich entscheide mich für das Hühnchen, schließlich ist in Nepal die Kuh heiligt. Nepal, das Land, das ich schon wieder besuchen werde. Wie oft trete ich diese Reise eigentlich schon an? Ich weiß es schon gar nicht mehr. Ich blicke auf den ganzen Fisch, der mir serviert wurde – frisch vom Grill. Obwohl er köstlich ist, kann ich ihn nicht genießen. Ich spüre, dass irgendetwas hier nicht stimmt. Durch die Lautsprecher ertönt plötzlich die Stimme des Kapitäns: „Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund schlechten Wetters werden wir nach Delhi zurückkehren“. Die Passagiere jubeln.

„Khai?“, reißt es mich aus meinem Traum. Für einen kurzen Moment weiß ich weder wo ich mich gerade befinde noch wie ich hier hergekommen bin. Verwirrt blicke ich umher. Bunte Dächer weit und breit. Am Horizont leuchten die Gipfel des Himalaya. Die wärmende Sonne strahlt mich an. Ich genieße die Einsamkeit auf unserer Dachterrasse. Hier lasse ich meine Seele baumeln, hier verarbeite ich meine Vergangenheit, hier kenne ich keine Zukunft. Oft begeben sich meine Gedanken dann auf Reisen. Und wenn sie daraufhin in wilden Tagträumen enden, wundere ich mich manchmal selbst, was noch real ist. „Khai?“, Sorge liegt in ihrer Stimme. Sie steht an meiner Seite als wäre sie nie weg gewesen. Ihre Berührung beruhigt mich wieder.

Ihre Umarmung reißt es mich aus meinem Traum und holt mich zurück in die Realität. Für einen kurzen Moment weiß ich weder wo ich mich gerade befinde noch wie ich hier hergekommen bin. Verwirrt taste ich umher. Das Bett ist leer. War das alles nur ein Traum? Noch immer spüre ich ihre Umarmung. Je mehr ich mich der Realität nähere, desto intensiver wird meine Verwirrung. Ich lebe in einem Delirium zwischen Traum und Realität. Manchmal kann ich beides kaum noch unterscheiden. In vielen Fällen weiß ich sogar gar nicht mehr, ob ich es geträumt oder wirklich erlebt habe.

Ich schließe wieder die Augen. Nepal ist so nah. Ich öffne meine Augen und stehe wieder vor Boudha Stupa. Die großen Buddha Augen blicken schützend auf mich herab. Demütig sauge ich die Umgebung in mich auf. Ein Moment der Reinheit und des Glücks. Aber für wie lange noch? Wie lange kann ich noch träumen? Aber wenn das Glück in meinen Träumen so real ist, kann ich doch auch meinen Traum weiter verfolgen.

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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