Aus einem anderen Blickwinkel…

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Butterkerzen erhellen die Dunkelheit (Foto: Sonja Michel)
Butterkerzen erhellen die Dunkelheit (Foto: Sonja Michel)

(verfasst von Sonja)

Draußen rauscht der Wind, eisig und harsch, auch drinnen spürt man ihn. Durch die Ritze der Holzbretter dringt er ins Innere und bringt die gerade entzündeten Flammen der buddhistischen Butterkerzen zum Flackern. In dem dämmerigen Raum riecht es leicht modrig, nach feuchtem Holz und Staub. Es finden sich allerlei bizarre anmutende Gegenstände, bunte Figuren, die wie kampfeslüsterne Dämonen anmuten oder ebenso bunte Mobiles, welche von der Decke hinabhängen. Die Säulen aus grobem, dunklem Holz sind mit farbigen Ornamenten und Figuren bemalt. Dämonen, Götter und drachenähnliche Wesen, deren Farben bereits verblasst oder teilweise abgeblättert sind. Auf der Fensterbank liegen große Trommeln und daneben maskenähnliche Figuren, die an Totenköpfe erinnern. Ob es wohl Schamanentrommeln und Kultgegenstände sind, wie sie bei einigen Bergvölkern des Himalayas verwendet werden?

Dieser Ort, so merkwürdig und fremdartig er auch anmutet, strahlt er dennoch Ruhe und eine ihm eigene Schönheit aus. Die körperliche Erschöpfung macht sich bemerkbar. Nach einem langen und anstrengenden Anstieg von rund 1.000 Höhenmetern und der immer sauerstoffärmeren Luft bei über 3.000 Höhenmetern, war selbst der kleine Anstieg zu dem alten buddhistischen Kloster Langtang Gompa eine Herausforderung. In Nepal, an der Grenze zu Tibet, befindet sich der Langtang-Nationalpark. In diesem Teil des Himalayas befindet sich der 7.227m hohe Langtang Lirung, in dessen Schatten das Kloster und die kleine Siedlung liegen.

Wahrscheinlich wurde das Kloster ein Jahr später wohl die starken Erdbeben vom 25. April und vom 12. Mai 2015 zerstört. In der Region des Langtang-Nationalparks gab es, verursacht durch das erste Erdbeben, eine massive Geröll- und Schlammlawine. Sie zerstörte das kleine Dorf Langtang komplett – nur ein Haus blieb stehen und viele Menschen starben. Mit dem Erdbeben und dem Erdrutsch kam unfassbares Leid über die Menschen, die sich im Tal befanden. Viele Regionen in Nepal wurden hart getroffen und Hilfen werden dringend gebraucht. Viele Häuser sind zerstört, oder die Bausubstanz stark beschädigt. Die nahende Monsunsaison macht dies nur noch schlimmer.

Viele Medienberichte thematisieren die schleppende und problematische Hilfe aus dem Ausland. Berichtet wird über Geldmangel, die mangelhafte Infrastruktur und die ungerechte Verteilung der Hilfsgüter. Was aber nicht berichtet wird, ist wie die Nepalesen selbst diese Situation meistern. Mit Mut, Zuversicht und Selbstlosigkeit. In Eigeninitiative sammeln Freiwillige Spenden, beschaffen Hilfsgüter und koordinieren Hilfsmaßnahmen. Über die Facebook-Seite „Nepal Earthquake Relief Volunteer Coordination“ werden beispielsweise freiwillige Helfer koordiniert und vernetzt. Während solcher Katastrophen sind werdende Mütter besonders getroffen, da eine angemessene medizinische Versorgung oft nicht mehr möglich ist. Die Initiative 10000 Mothers hilft Müttern und Schwangeren mit Soforthilfen und längerfristiger Unterstützung. Außerdem soll die Stellung von Frauen in der nepalesischen Gesellschaft langfristig verändert werden.

Alle Menschen in Nepal haben gelitten und leiden immer noch aber immer mehr Läden und Restaurants öffnen wieder, aus ökonomischen Gründen, aber auch um zur Normalität zurück-zukehren. Der Konsens ist: Was passiert ist, ist passiert und es muss das Beste aus dieser Situation gemacht werden. Das Engagement und die vielen Initiativen der Bevölkerung können eine Chance sein etwas in der Gesellschaft zu ändern oder die zerstörte Infrastruktur kann eine Chance sein eine bessere und funktionierende zu schaffen. Eine solche Tragödie kann für vieles auch ein Neuanfang sein.

Sie können den Menschen in Nepal bei der Überwindung der Katastrophe und einem Neuanfang helfen. Mit einer kleinen Spende an hamromaya Nepal e.V. ermöglichen Sie uns direkte Nothilfe zu leisten, beispielsweise Ressourcen wie Zelte, Planen, Decken, Kleidung, Trinkwasser, Nahrung, Medizin etc. an die Menschen zu verteilen. Sie können aber auch auf die Lage in Nepal und auf unsere Arbeit dort aufmerksam machen. Schenken Sie uns ein „Gefällt mir“ auf Facebook, teilen Sie unsere Beiträge, verlinken Sie uns, schreiben Sie über uns. Helfen Sie uns dabei, in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis bekannt zu werden.

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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