Nepal XI – Tag 11 – Geister-Masken

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Es ist ein unheimlicher Ort, an dem wir uns gerade befinden. Die plötzliche Kälte trifft uns wie einen Schlag. Oder liegt es daran, dass es bereits kurz nach 19h ist? Minütlich wird es dunkler und dunkler. An ein Weiterlaufen ist gar nicht mehr zu denken. Müssen wir wirklich hier am gruseligen Ortsausgang von Manisango haltmachen? Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig.

Rechts neben dem schmalen Weg, auf dem wir stehen, sind drei kleine Gasthäuser. Vor den Häuschen am Wegesrand hängen gruselige Holzmasken an Pfählen. Masken, die nicht – wie so typisch in Nepal – aus der hinduistischen oder buddhistischen Tradition stammen. Ich habe solche Geister-Masken noch nie gesehen. Auch meine Begleiter sind ratlos und blicken verzweifelt den langen Weg entlang. Doch das nächste Dorf ist zu weit entfernt und wir mit unseren Kräften am Ende.

Das Wetter war nicht auf unserer Seite.
Das Wetter war nicht auf unserer Seite.

9 Stunden sind wir bereits gewandert und trotzdem nicht am geplanten Ziel angekommen. Wir waren einfach zu langsam. Das Wetter war auch nicht auf unserer Seite. Dabei hatte alles so gut angefangen. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wie um 9h morgens am Flughafen von Jumla los. Zwei Stunden später knallte die Sonne von oben und verpasste uns einen heftigen Sonnenbrand an Nacken und Armen. Zwei weitere Stunden später ging es plötzlich steil bergauf, weil uns eine Abkürzung vorgeschlagen wurde. Zwei Stunden danach zog sich der Himmel zusammen und es fing an in Strömen zu regnen. Der Wind peitschte uns den Regen entgegen und wir fingen an zu frieren. Auf so etwas waren wir einfach nicht vorbereitet gewesen.

So stehen wir nun hier an diesen Geisterhäusern, die komplett verlassen wirken. Die Dunkelheit lässt unserer Fantasie freien Lauf. Überall hören wir es rascheln und Schritte. Aus dem Nichts taucht eine ältere Dame in gebückter Haltung hinter uns auf. Wir schrecken kurz auf. Sie lädt uns ins Haus. Wir zögern und nehmen ihr Angebot an. Wir fragen, was es mit den Masken auf sich hat. Die alte Greisin erzählt uns verschwörerisch, dass an diesem Ort Geister ihr Unwesen treiben. Sie rauben einen den Schlaf und bringen Unheil herbei. Die Geister-Masken sollen die bösen Geister fernhalten…

Wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte, haben die Masken überhaupt nichts gebracht. Obwohl wir alle fix und fertig waren, konnte keiner von uns richtig schlafen. Zwischenzeitlich waren nicht nur Schritte vor dem Haus zu hören, sondern auch in unseren Zimmern. Wir werden auf der Rückreise auf gar keinen Fall hier noch einmal übernachten!

Alle Beiträge von meiner 11. Nepal-Reise findet hier in chronologischer Reihenfolge.

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Namasté! Schön, dass Du meinen Nepal Blog gefunden hast. Ich heiße Khai-Thai, ich bin in Deutschland geboren, meine Eltern stammen aus Vietnam, Frankfurt ist meine Heimat und Nepal mein Zuhause. Seit 2011 besuche ich das wundervolle Land für mehrere Monate im Jahr und engagiere mich für unsere Hilfsprojekte vor Ort. In diesem Nepal Blog schreibe ich über meine Eindrücke, Erfahrungen, Anekdoten und Projekte - Einfach mein-Nepal eben ;)

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